Zugspitze
Die Zugspitze ist mit 2.962 m ü. NHN der höchste Berg DeutschlandsGebiet: Deutschland
Bayern
Grainau Kategorie: Natur » Berge
Die Zugspitze ist mit 2.962 m ü. NHN der höchste Berg Deutschlands. Sie gehört zum Wettersteingebirge in den Nördlichen Kalkalpen und ist Grenzberg zwischen Deutschland und Österreich. Ihren Namen erhielt die Zugspitze durch die vielen Lawinenzüge (Lawinenstriche) an den Steilhängen des Nord-Fußes.
Geologie [Bearbeiten]
Vorwiegend Wettersteinkalk aus der oberen Trias mit Dasycladaceen - dies sind marine Algen die vor allem in flachen Lagunen tropischen Klimas vorkommen. Die Farbe des Gesteins variiert zwischen Grauweiß und hellgrau bis gefleckt.
Lage und Umgebung [Bearbeiten]
Die Zugspitze ist der Hauptgipfel des Zugspitzmassivs, zu dem auch die übrigen, das Zugspitzplatt umrahmenden, Gipfel (Schneefernerkopf, Wetterspitzen) bis hin zum Gatterl (2.023 m) gezählt werden. Am Zugspitzmassiv treffen der Wetterstein-Hauptkamm (Grenze zwischen Österreich und Deutschland), der Blassenkamm und der Waxensteinkamm zusammen. Im Massiv befinden sich zwei der deutschen Gletscher, der Schneeferner und der Höllentalferner.
Lange Zeit schwankte die angegebene Höhe der Zugspitze zwischen 2.960 und 2.970 Metern. Der aktuell gültige Wert von 2.962,06 m ü. NHN wurde vom Bayerischen Landesamt für Vermessung und Geoinformation bestätigt. Von Österreich aus betrachtet ist die Zugspitze 27 cm höher als von Deutschland aus, da in Österreich nach dem Triester Pegel, in der Bundesrepublik jedoch nach dem Amsterdamer Pegel gemessen wird.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Zugspitze wurde erstmals 1590 namentlich erwähnt. In einer Beschreibung der Grenze zwischen der Grafschaft Werdenfels und Österreich heißt es, dass selbige „von dem Zugspiz und über dem Derle in Derlers Kopf, folgendts grad durch in die Loisachbrüg“ verlaufe. Selbst 200 Jahre später war der Name noch so unbekannt, dass er im 1796 erschienenen „Reise-Atlas von Baiern“ nicht erwähnt wurde. Die Einheimischen lebten von der Viehzucht und vom Holzhandel, das hohe Zugspitzmassiv spielte weder wirtschaftlich noch touristisch eine Rolle.
Im 19. Jahrhundert erwachte schließlich das Interesse an einer Erschließung des Massivs. Am 7. August 1807 startete die erste dokumentierte Expedition von Partenkirchen aus in Richtung Zugspitze: François Gabriel Graf von Bray, Präsident der Regensburger Botanischen Gesellschaft, der Botaniker Kaspar Graf von Sternberg, Professor Charles François Duval, Generalmajor Reinhard Friedrich Freiherr von Werneck und zwölf Einheimische als Führer und Träger. Ziel der Expedition war es, den Verlauf sowie die Temperatur-Entwicklung der Partnach bis zu ihrer Quelle am westlichen Ende des Reintals zu erforschen, sowie die Botanik der Region zu erkunden. In Graf Brays Bericht der Expedition wird jedoch die Zugspitze, welche die Mannschaft in knapp vier Kilometern Entfernung gesehen haben muss, mit keinem Wort erwähnt.
Dass Kaiser Franz-Joseph von Österreich die Zugspitze 1854 anlässlich seiner Hochzeit mit Elisabeth in Bayern an Bayern oder anlässlich eines Besuchs von Kaiser Wilhelm II. in Wien an Deutschland verschenkt habe, ist eine unbelegte Legende.
Durch die starke Überbauung des Gipfels ist die ursprüngliche Struktur kaum mehr erkennbar. Der gegenüber dem Ostgipfel um einen Meter höhere Westgipfel wurde im Zweiten Weltkrieg weggesprengt. Der Mittelgipfel fiel 1931 dem Bau der Seilbahn vom Schneefernerhaus zum Gipfel zum Opfer. Identifizierbar ist noch der Ostgipfel mit dem goldenen Gipfelkreuz. Auf dem Bild „Zugspitzgipfel um 1900“ ist der Westgipfel, hinter dem Münchner Haus durch eine Signalstange gekennzeichnet, noch vorhanden.
Erstbesteigung [Bearbeiten]
Leutnant Josef Naus bestieg im Auftrag des Königlich Bairischen Topographischen Bureaus zusammen mit dem Messgehilfen Maier und dem Bergführer Johann Georg Deutschl am 27. August 1820 die Zugspitze. Damit gilt er als erster namentlich bekannter Besteiger des Westgipfels. Eine frühere Besteigung durch Einheimische ist aufgrund von Hinweisen auf historischem Kartenmaterial aus der Zeit um 1770 anzunehmen. In dieser handgezeichneten Karte ist ein „Gang-Steig“ vom Platt bis in den Gipfelbereich der Zugspitze und auf die andere Seite zum Eibsee eingetragen. Zudem gibt es in der Legende eine Zeitangabe für den Weg „ybers blath ufn Zugspitz“.[1][2]
1853 bestieg Karoline Pitzner als erste Frau die Zugspitze.[3]
Die erste Besteigung im Winter fand am 7. Januar 1882 durch Ferdinand Kilger, Josef und Heinrich Zametzer und Heinrich Schwaiger statt.
Meteorologische Station [Bearbeiten]
Im Herbst 1898 begann Kommerzienrat Adolf Wenz mit der Planung für ein meteorologisches Observatorium auf der Zugspitze. Das Observatorium war das Ergebnis vorangegangener Gespräche der Meteorologischen Zentralanstalt in München mit dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein (DuÖAV). Der Bau wurde im Juli 1899 begonnen und am 19. Juli 1900 konnte das Observatorium an die königliche Staatsregierung übergeben werden. Der erste Beobachter auf der neuen Wetterstation wurde der Meteorologe, Bergsteiger und spätere Antarktisforscher Josef Enzensperger, der auch als erster dort oben überwinterte. Mit einer kurzen Unterbrechung nach Kriegsende 1945 finden seit dieser Zeit permanente, bemannte Wetterbeobachtungen auf der Zugspitze statt. Die bemannte Wetterwarte und Radioaktivitätsmessstation wird heute vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betrieben.
Im August 2007 wurde unterhalb der Gipfelplattform eine 60 m lange Bohrung von Süd nach Nord in den Kamm eingebracht, um mittels Temperatursensoren in einem auf 15 Jahre angelegten Projekt Veränderungen im Permafrostbereich des Gipfels zu untersuchen.
Webseite zum Platz: www.zugspitze.de
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